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Neonazi-Musikszene in Thüringen floriert weiter

Am 5. und 6. Oktober werden erneut Tausende Neonazis zu einem großen Konzert im Weimarer Land erwartet. Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, äußert dazu mit Blick auf eine aktuelle Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage von ihr (s. Anhang):

„Thüringen ist nicht nur Spitzenreiter was die Durchführung von Neonazi-Konzerten angeht, auch die örtliche neonazistische Musikszene floriert weiter. 24 aktive Neonazi-Bands und extrem rechte Liedermacher sind in Thüringen ansässig, diese bespielen nicht nur die regionale Szene, sondern verbreiten den Exportschlager Rechtsrock über die Landesgrenzen hinaus, auf CDs, virtuell und bei Hunderten Auftritten auf extrem rechten Musikveranstaltungen. Sie transportieren die Ideologie, die immer wieder zu Gewalt – und auch Tötungsdelikten führt und Täter in ihrem Handeln legitimiert. Auch abseits der großen Konzerte, die im Fokus der Öffentlichkeit stehen, wird der Hass fast wöchentlich bei Rechtsrock-Veranstaltungen in Thüringen verbreitet.“

Auf Nachfrage der Abgeordneten König-Preuss listet die Landesregierung Auftritte jener Liedermacher und Bands der Thüringer Neonazi-Szene auf, die im Jahr 2017 aktiv waren.  Die 10 Liedermacher und 14 Bands standen demnach im Zeitraum von 2011 bis 2017 mindestens 194 Mal auf der Bühne. In einem Drittel der Fälle traten die Musiker in anderen Bundesländern oder im Ausland auf, in zwei Dritteln in Thüringen. Nicht eingerechnet sind dabei Auftritte hiesiger Interpreten aus den vergangenen Jahren, die inzwischen inaktiv sind, und Auftritte von rechten Musikern außerhalb Thüringens. Unterstützt wird die extrem rechte Musikszene auch von Vertriebsstrukturen: „Über 14 Vertriebe in Thüringen, also Labels, Online-Handel etc.,  sorgen für den Verkauf und auch die Produktion von Tonträgern der Neonazis sowie von entsprechenden Textilien, mit denen genauso wie mit Eintrittskarten für Konzerte in der Szene Gewinne eingefahren werden. Derartige Strukturen sind vor allem an Immobilien angedockt, die der Szene gehören, wie in Kloster Veßra, in Ballstädt oder Fretterode. Sie bilden das Rückgrat für das braune Millionengeschäft.“

Vor dem Hintergrund des am Wochenende geplanten Neonazi-Konzertes, das ursprünglich in Apolda stattfinden sollte und nunmehr für Magdala vorgesehen ist, sagt Katharina König-Preuss: „Ich hoffe und gehe davon, dass das Innenministerium alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen wird, um gegen die geplante Rechtsrock-Veranstaltung vorzugehen. Die Polizei muss in die Lage versetzt werden, zu erwartende Straftaten der Neonazis konsequent zu dokumentieren, zu ahnden und einzuschreiten sowie für die Sicherheit von Journalisten, Gegendemonstranten und Anwohnern Sorge tragen.“ Die Fraktion DIE LINKE lädt alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich an den Gegenprotesten, ob in Apolda oder in Magdala, zu beteiligen und wird auch mit Abgeordneten vor Ort vertreten sein.