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Karola Stange

‚Long Covid‘ als Berufskrankheit anerkennen

Heute werden die zuständigen Landtagsausschüsse Regelungen der neuen Corona-Landesverordnung beraten. Im Vorfeld erklärt Karola Stange, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: „Nach über einem Jahr sehen wir durch mehr Impfungen und Tests endlich eine gute Perspektive, um die weitere Ausbreitung der Pandemie wirksam einzudämmen.“

Die Abgeordnete konstatiert aber auch, dass immer mehr Fälle bekannt werden, in denen Menschen mit Spätfolgen einer Covid19-Erkrankung zu kämpfen haben. Die aktuelle Forschungslage zu so genannten „Long Covid“-Verläufen lässt zwar keine eindeutige Aussage zum Anteil der Betroffenen zu, doch gehen Studien davon aus, dass zwischen 10 und 20 Prozent der am Corona-Virus Erkrankten noch Wochen und Monate an den Folgen der Infektion leiden. Laut einer Meldung des MDR waren im April dieses Jahres bis zu 11.300 Menschen allein in Thüringen betroffen.

„Wir dürfen uns jedoch nicht dazu verleiten lassen, die gesundheitlichen und sozialen Langzeitfolgen der Pandemie zu verdrängen. Jetzt müssen bereits die Weichen gestellt werden, um Versorgungsmöglichkeiten für Betroffene von ‚Long Covid‘ zu schaffen. Dafür braucht es eine bundeseinheitliche Strategie und ausreichende finanzielle Mittel, um flächendeckend gleiche Möglichkeiten der Diagnose, Behandlung und Rehabilitation zu schaffen“, so Stange.

Die Abgeordnete fährt fort: „Die möglichen Spätfolgen einer Corona-Erkrankung sind sehr vielfältig und reichen von Lungenproblemen, über dauerhafte Müdigkeit und Kopfschmerzen zu psychischen Erkrankungen. Hier braucht es dringend mehr Forschung und Information. Die Bundesregierung sollte jetzt ein Register anlegen, das systematisch Langzeitfolgen dokumentiert. Die verfügbaren Informationen sollten auch gezielt an Kosten- und Leistungsträger des Gesundheitswesens sowie Arbeitgeber verteilt werden. Betroffene brauchen einen schnellen Zugang zu Maßnahmen der Rehabilitation und beruflichen Wiedereingliederung. Auch Selbsthilfegruppen können hier einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Betroffenen einen Raum zu geben, um die vielfältigen Folgen der Erkrankung zu verarbeiten und über Unterstützungsangebote zu informieren. Sie sollten daher gezielt gefördert werden.“

Die LINKE-Abgeordnete fordert zudem, „dass Corona bzw. ‚Long Covid‘ als Berufskrankheit anerkannt wird“. Dazu gehörten u.a. die klassischen Gesundheitsberufe, aber auch Berufe im Bildungsbereich, bei der Polizei oder im Einzelhandel.