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Ich habe für die Fusion von Kaltennordheim mit der VG "Hohe Rhön" gestimmt - Ich musste einen Fehler korrigieren

"Ich bin dem Irrtum erlegen, dass wir Landtagsabgeordnete aber auch die Kreistagsabgeordneten aus der Region schon besser wüssten, was gut für die Menschen ist", erklärt die Landtagsabgeordnete Anja Müller (DIE LINKE) nach der Abstimmung zum Gemeindeneugliederungsgesetz 2019. Im Zuge einer namentlichen Abstimmung hat der Landtag mit der Stimme der Landtagsabgeordneten der Fusion der vergrößerten Stadt Kaltennordhein mit der Verwaltungsgemeinschaft "Höhe Rhön" und dem damit zwingend verbundenen Landkreiswechsel seine Zustimmung erteilt.
Als das Thema Kaltennordheim und der damit verbundene Kreiswechsel das erste Mal im Kreistag des Wartburgkreises thematisiert wurde, habe Anja Müller persönlich klar Stellung bezogen und betont, dass Kaltennordheim in den Wartburgkreis gehöre und die Rhönorte im Wartburgkreis aufgehen sollen.
"Ich habe meinen Fraktionskollegen Kuschel in die Region geholt, damit wir nach Alternativen suchen, habe meine Fraktion genervt und gebeten, den Teil aus dem Gemeindeneugliederungsgesetz 2019 herauszunehmen. Was ich aber nicht gemacht hatte, war an den Haustüren zu klingeln und mit den Einwohnern der Region zu sprechen. Das war ein Fehler.", gesteht Anja Müller ein. Gemeinsam mit einem Kreistagskollegen habe sie sich dann entschlossen, an den Haustüren zu klingeln und die Menschen reden zu lassen. Man habe an unglaublich vielen Haustüren geklingelt. Ihr sei von den Einwohnerversammlungen in den Ortsteilen erzählt worden, die Menschen hätten berichtet,  warum sie die Unterschrift unter die Briefe der Gegner der Fusion gesetzt haben. " Die Menschen sagten mir, dass vor Ort entgegen der Äußerung des Landrates keine bürgerkriegsähnlichen Zustände herrschen und waren richtig wütend über diese Aussage.", erzählt die Abgeordnete. Nachdem die Leute diesen Frust loswerden konnten, haben sie dann erzählt, was sie wirklich bewege, und warum sie hinter den Beschluss der Stadträte und des Bürgermeisters ständen. Ihnen sei zum Beispiel wichtig, dass die Kindergartengebühren nicht angehoben werden, dass die Vereine Unterstützung bekämen, dass die 1200 Jahrfeier auch finanziell von der Stadt unterstützt werde, dass das Denkmal im Ort saniert werde und es sei wichtig, dass die Region sich gut entwickele. "Auf die Frage nach dem Kreiswechsel bekam ich dann zur Antwort: Mensch, Frau Müller, unser Kirchenkreis arbeitet doch schon längst zusammen. Wir fahren doch sowieso schon nach Dreißigacker ins Krankenhaus, und das Theater in Meiningen ist auch unser Theater. Ich musste danach eingestehen, dass ich mich von Demonstrationen beeindrucken lassen habe. Das war falsch.", berichtet sie weiter.
Als Kreistagsabgeordnete des Landkreises hätte sie gerne die Region mit den Menschen entwickelt, müsse aber feststellen, dass sie die Fusion wollen und dafür auch den Wechsel des Landkreises gerne in Kauf nehmen.
"Ich bedauere das, doch wenn wir uns alle ernst nehmen und immer wieder die Freiwilligkeit der Gemeindefusionen in den Vordergrund stellen, dann respektiere ich dies und habe im Interesse der Menschen in der Region für das Gesetz gestimmt und somit für die freiwillige Fusion der Stadt Kaltennordheim mit der VG 'Hohe Rhön'. Wer dem nicht zugestimmt hat, war nie an den Haustüren und hat nicht mit den Menschen persönlich gesprochen.", betont Anja Müller abschließend.