14. Juli 2017

Mit der Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Heike Werner auf Sommertour

Tauschten sich unter anderem über öffentlich geförderte Beschäftigung aus (von links): Sabine Apel (Projektkoordinatorin Eisenach), Jens Strauß (Projektkoordinator Bad Salzungen), Sven Schlossarek (Wahlkreismitarbeiter Linke), Stefan Wagner (Vertreter der ABS-Gesellschafter), ABS-Aufsichtsratsvorsitzende Nicole Gehret, Landesarbeitsministerin Heike Werner und Annika Schumann (Referentin Arbeitsministerium) im Gespräch. Foto: Heiko Matz

Am 11. Juli begleiteten wir unsere Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Heike Werner auf Sommertour im Wartburgkreis. Treffpunkt am Vormittag ist die ABS-Sozialwerkstatt am Lindig. Hier werden von der Bevölkerung zur Verfügung gestellte Möbel und Hausrat aufgearbeitet und an Bedürftige weiterverkauft. Die Werkstatt ist ein Projekt, das die Menschen qualifizieren soll, damit sie den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt schaffen.

Seit 2012 werden Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) nicht mehr gefördert, sodass ein wichtiger Baustein der Gesellschaft wegbrach. Dabei sei die ABS "enorm wichtig für den Kreis", sagt Nicole Gehret - zum Beispiel im Bereich Natur- und Umweltschutz. Auftrieb bekam die ABS mit der gestiegenen Zahl von Asylsuchenden. Nun bietet sie sogenannte Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen (FIM) an: Noch nicht anerkannte Asylsuchende, geduldete Asylsuchende oder Asylsuchende ohne eine Chance auf Anerkennung sollen - vermittelt vom Willkommenscenter - mit Hilfe einer sinnvollen Beschäftigung die Wartezeit überbrücken. Sie finde es "gut, dass das hier so gut funktioniert", sagt Heike Werner - allerdings sei sie dafür, dass die Leute "in den Unternehmen ankommen". Leih- und Zeitarbeit halte sie lediglich "als Brücke" für sinnvoll - als Mittel zum Zweck also. Sie fordere den Aktiv-Passiv-Transfer. Dennoch: Erste Evaluierungen der öffentlich geförderten Beschäftigung hätten ergeben, dass "der Mehrwert sehr weit geht", sagt Heike Werner - bezogen auf die Perspektiven der Menschen, ihr Einkommen, aber auch auf ihre Gesundheit und das Wohl ihrer Kinder.

Um sich davon persönlich zu überzeugen, suchten die Ministerin und die ABS-Akteure vier über die ABS Beschäftigte bei der Arbeit in Leimbach auf - deren Realität wieder eine andere ist. Vor anderthalb Monaten startete ihre öffentlich geförderte Beschäftigung - drei Jahre wird sie jeweils dauern. Ihre Arbeit machen sie gern, mit der Bezahlung - 1,50 Euro pro Stunde zusätzlich zum Hartz IV - sind sie jedoch nicht zufrieden.

Anschließend ging es zu einem Besuch am Firmensitz von Herrmann Massivholzhaus in Geisa. Heike Werner  hat dem Unternehmen eine Anerkennungsurkunde "für vorbildliche Lösungen zur Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit", wie es wörtlich heißt, übergeben und den Betrieb vor Ort besichtigt. Zu dem offiziellen Termin kamen auch Vertreter des Mittelstands, von Behörden und der Belegschaft. Die Herrmann Massivholzhaus GmbH plant ihre Gerüste analog zur Bauausführungsplanung am PC. Bereits bei der Vorabplanung der Gerüste werden mögliche Fehlstellen von Absturzsicherungen (z.B. an Vordächern oder einem Erker) durch geeignete Schutzmaßnahmen vermieden. Nachfolgende Gewerke wie Dachdecker, Fassadenbauer oder Maler profitieren von dieser innovativen Lösung für mehr Sicherheit auf Baustellen. Das Unternehmen beschäftigt 48 Mitarbeiter und produziert in der Manufaktur in Geisa pro Jahr rund 35 schlüsselfertige Häuser nach individuellen Wünschen - ökologisch, ohne Chemie und langlebig.