15. August 2017 Stefan Sachs

Altstadt-Sanierung in Geisa wird fortgesetzt

Förderbescheid vor Ort übergeben (von links): Landtagsabgeordnete Anja Müller (Linke), 1. Beigeordneter Gerhard Möller (CDU), Staatssekretär Klaus Sühl (Linke), Kämmerin Rita Oswald, Bürgermeister Martin Henkel (CDU), Statiker Mario Nothe, Bauamtsleiter Christoph Kritsch und Dr. Christine Meißner vom Sanierungsträger DSK. Foto: Stefan Sachs

Geisa - Einen Förderbescheid über 540 000 Euro übergab Dr. Klaus Sühl (Linke), Staatssekretär des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft, am Dienstag an Geisas Bürgermeister Martin Henkel (CDU). Die Zuschüsse aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sind bestimmt für die Sanierung der Pfortentreppe nebst angrenzender Freiflächen sowie eines weiteren Abschnitts der historischen Stadtmauer und den Bau eines barrierefreien Verbindungsweges zwischen Mühlenplatz und Pfortentreppe. Die Gesamtkosten sind mit 675 000 Euro veranschlagt, sodass der Eigenanteil der Stadt 135 000 Euro beträgt.

"Ich freue mich, der Stadt diesen Förderbescheid übergeben zu können", sagte Klaus Sühl bei einem Vor-Ort-Termin. Die an der Pfortentreppe entlangführende Mauer muss erneuert werden und fungiert zudem als statisches Grundgerüst für die Treppenanlage. Auf dem Zwischenpodest sind Sitzgelegenheiten vorgesehen. Dies sei der erste EFRE-Zuwendungsbescheid für Geisa in der Förderperiode 2014 bis 2020. "Weitere werden folgen", kündigte der Staatssekretär an. Beeindruckt äußerte er sich darüber, dass die Stadt Geisa sich gleich im ersten Durchgang beim Auswahlwettbewerb des Ministeriums als EFRE-Kommune qualifizierte. "Das zeigt, dass sich das gemeinsame Engagement von Einwohnern, Gewerbetreibenden, Stadtverwaltung und politischen Verantwortungsträgern lohnt", erklärte Klaus Sühl. Vor zwei Jahren hatte sich die Ulsterstadt mit 48 weiteren Thüringer Kommunen um EFRE-Mittel beworben und konnte ihren Wettbewerbsbeitrag auf einem Integrierten Stadtentwicklungskonzept sowie einem Integrierten Klimakonzept für die Altstadt aufbauen.

Bürgermeister Martin Henkel hatte zunächst im Rathaus in einem bebilderten Vortrag erläutert, welche Bauprojekte in den vergangenen Jahren in Geisa realisiert wurden. "Ohne Städtebauförderung hätten wir das nicht machen können", sagte er und lobte die gute Zusammenarbeit mit Ministerium und Landesverwaltungsamt. Die Stadt hatte 2009 im Landeswettbewerb "Genial-Zentral, Aktive Innenstadt" den 1. Preis gewonnen. Die darin geplanten Projekte wurden inzwischen umgesetzt: Rückbau und Renaturierung der Industriebrache Plasta, Umlagerung des Bauhofes, Umgestaltung des Schlossgartens, Stadtbalkon, Altstadtzugang, Neugestaltung des Kulturhaus-Umfeldes, Kulturhaus-Sanierung, Bau eines Hackschnitzel-Heizhauses für Kulturhaus, Ärztehaus, "Haus der Vereine" und Kindergarten.

Martin Henkel berichtete, dass Geisa sich seit Jahren vergeblich bemüht, ins Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" aufgenommen zu werden. Weil die Stadt zu DDR-Zeiten wegen ihrer Lage im Grenzsperrgebiet nicht auf einer Liste stand, die hierfür zugrunde gelegt wird, blieben die Bemühungen bislang erfolglos. "Das kann ich nicht verstehen. Das muss man doch korrigieren können, wenn da ein Aktenversehen vorliegt", erklärte Klaus Sühl. Er empfahl den Geisaern, die Daten noch einmal schriftlich einzureichen und versprach Hilfe, Geisa doch noch die Aufnahme ins Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" zu ermöglichen. Dieses Programm sei eine wichtige Ergänzung zu anderen Förderprogrammen. "Es wäre schön, wenn auch auf diese Mittel zurückgegriffen werden könnte", sagte Sühl.